Presse
21.03.2017, 18:50 Uhr
"Uns geht es dank Europa und unseren Landwirten gut!"
Landwirtschaftspräsident Dr. Kurt Mezger in Waldstetten
Im vollbesetzten Rathausfoyer in Waldstetten konnte Bürgermeister Michael Rembold zur gemeinsamen Veranstaltung der Gemeinde und des CDU-Gemeindeverbands nicht nur Landwirte aus der Umgebung, sondern auch interessierte Bürger begrüßen. Der hohe Besuch aus Stuttgart Dr. Kurt Mezger begann seinen lebendigen und sehr anschaulichen freien Vortrag mit einem geschichtlichem Rückblick der Entstehung der EU. Das ursprüngliche Ansinnen der Römischen Verträge der EWG sei vor 60 Jahren gewesen: Produktivität der Landwirtschaft ist zu steigern, Landwirten ist ein angemessenes Einkommen zu gewährleisten, Märkte sind zu stabilisieren, Versorgung ist sicherzustellen, Verbraucher sind mit angemessenen Preisen zu beliefern. Im weiteren Verlauf der Ausführungen zeigte Dr. Mezger auf, dass in der Tat ein großer Wandel stattgefunden hat.
So ernährte ein Landwirt im Jahre 1949 zehn Personen. 1980 waren es schon 47 Menschen und nun im Jahre 2015 sind es sogar 155 Personen. Dies ist eine enorme Steigerung, Erweis einer hohen Effizienz und stetige und bravouröse Professionalisierung der Landwirtschaft. So waren um das Jahr 1900 die Hektarerträge für Weizen 18,5 und nun im Jahr 2016 sind es 76,5. bei Kartoffeln sind es 129,8 gegenüber 432,1 im letzten Jahr. Demgegenüber sind die Nahrungsmittelausgaben um 1900 57 % sind des Familien-Budgets. Im Jahr 2011 waren es nur noch 15 % sogar einschließlich der Genussmittel.
Dies ist auch dem geschuldet, dass die Herstellung der Lebensmittel immer billiger wird. Leider sinkt hierbei auch der Erlösanteil der Landwirte erheblich. So kommt der Bauer für eine Kartoffel nur noch 2 Cent, für 1/4 l Milch sind es nur 7 Cent. Da wundert es nicht, dass das monatliche Unternehmensergebnis je selbständiger Familien-Arbeitskraft im Jahr 2009 nur 2.420,-- Euro im Monat beträgt, von diesem Betrag müssen noch Investitionen und für Erhalt des Betriebs zugesteuert werden.
Insgesamt sind daher die vor sechzig Jahren erwarteten Zielvorgaben, abgesehen des bäuerlichen Einkommens voll erfüllt worden, ja sogar weit mehr als man erwarten konnte. Europa ist folglich auch hier ein Erfolgsmodell allen Unkenrufen zum Trotz! Europa hatte 1991 noch 91 % des EU-Haushalts zur Marktsicherung aufgewandt, derzeit sind es nur noch 5%. Dagegen gibt es nun EU-Direktzahlungen mit jährlichen Förderungen zu Umweltmaßnahmen, zur Agrarinvestitionsförderung, zur Ausgleichszulage, zur Flurneuordnung, zur Dorferneuerung und anderes mehr. Damit werden die landwirtschaftliche Unternehmen multifunktional. Neben der Produktion von Nahrungsmittel sind die Landwirte Garanten für den Erhalt unserer Kulturlandschaft und für den Erhalt und die Weiterentwicklung des ländlichen Raums.
In einer lebhaften Diskussion unter der Moderation des CDU-Vorsitzenden Hans-Josef Miller wurde über auch negative Aspekte von Europa und die hoffnungsvolle Zukunft Europas diskutiert.