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28.02.2021, 18:49 Uhr | hjm
"High Noon" in Waldstetten
Erinnerung an Hanau / Aufstehen gegen Rassismus
Auf Initiative der beiden Waldstetter Gemeinderäte Oliver Beyn und dem Theologen Hans-Josef Miller organisierte sich auf die Schnelle ein kleines Aktionsbündnis gegen Rassismus in Waldstetten von vier Waldstetter Gemeinderäten: Oliver Beyn, Veronika Gromann (beide UB), Hans-Josef Miller und Michael Weber (beide CDU).
Um Punkt 12.00 Uhr am Sonntagmittag trafen sich die vier mit weiteren Waldstetter Bürgern, um auf dem Waldstetter Malzeviller Platz ein Zeichen zu setzen. Denn dort gab es seit den Morgenstunden einen Stand der AfD von Auswärtigen.
Neben dem Stand der AfD positionierten sich spontan aufgrund der Initiative Waldstetter Gemeinderäte rund dreißig Waldstetter, um gegen Rassismus und Hetzpropaganda ein Zeichen zu setzen.
Miller betonte, dass angesichts des Jahrestages von Hanau und 88 Jahren nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten Deutschland wieder gefährdet sei, von Rassismus und Hass durchdrungen zu werden: “Es ist Gefahr im Verzug! Dazu gehören auch die Zersetzungsmethoden der Verschwörungstheoretiker und der zunehmende Antisemitismus. All dies erinnert an die Nazi-Zeit. Biedermänner und Brandstifter arbeiteten Hand in Hand, um unsere Demokratie zu erschüttern!” Für Oliver Beyn ist es wichtig, ein Zeichen zu setzen und nicht wegzuschauen. Dem schließt sich Veronika Gromann an, die schon längere Zeit dem Gmünder Aktionsbündnis “Aufstehen gegen Rassismus” angehört, und begrüßt es, dass in Waldstetten Fraktionsübergreifend ein Zeichen der Solidarität gesetzt wird. Michael Weber sieht im mitgebrachten Banner “Die Menschenwürde ist unantastbar” als Artikel 1. des Grundgesetzes “die Basis unserer Demokratie, die es zu verteidigen gilt!” Spontan gesellten sich über dreißig Passanten dem Waldstetter Aktionsbündnis bei und bekräftigten damit ihre Solidarität gegen Rassismus und Ausgrenzung. Miller stellt klar, dass dies ein Denkanstoß sei, um gerade jetzt angesichts der kommenden Wahlen, “unsere Demokratie zu stärken und trotz des demokratischen Wettstreits zueinander Brücken zu bauen, um keine Weimarer Verhältnisse des Hasses und der Zwietracht zu bekommen.” Natürlich müsse weiterhin an der Demokratie gearbeitet und diese optimiert werden - gerade jetzt angesichts der Herausforderungen der Pandemie.