Presse
17.02.2019, 16:10 Uhr | hjm
"Waldstetter Brücke" in Togo
Vortrag von Anton Weber über die Notwendigkeit in Afrika zu helfen
Die Waldstetter CDU unterstützt seit Jahren den Waldstetter/Donzdorfer Verein "Hilfe für Togo".
Daher war es für Gemeinderat und Kreisrat Hans-Josef Miller als CDU-Vorsitzender sehr wichtig, dass die Bevölkerung informiert wird. Eine wichtige Initiative war der Antrag bezüglich einer Patenschaft der Gemeinde Waldstetten mit K'Palime, einer wichtigen Provinz-Stadt in Togo, und die Bezuschussung eines wichtigen Projekts. Bürgermeister Michael Rembold und der Gemeinderat hatten letztes Jahr einstimmig beschlossen, eine wichtige Brücke zu einer Schule mit 9.000 Euro zu bezuschussen. Diese „Waldstetter Brücke“ steht auch synonym für Verantwortung der Kommune im Sinne eines dringend notwendigen Marshallplans für Afrika, wie Miller betonte.
Der Vorsitzende des Togo-Vereins Anton Weber stellte dieses gelungene Projekt konkreter Entwicklungsarbeit vor und erläuterte das neue Projekt, den Bau eines Jugendzentrums, das von der Gemeinde Waldstetten in diesem Jahr mit 5.000 Euro bezuschusst wird. Aber auch über die ökonomischen und politischen Probleme Afrikas sprach Weber mit Nachdruck. Vor allem die Fluchtursachen nach Europa beleuchte er und betonte die Mitschuld Europas und vor allem der USA an den ungeheueren und schrecklichen Verhältnissen Afrikas, aber auch die Ausbeutung des Kontinents bezüglich der Bodenschätze durch Europa, Indien, China und Russland prangerte er an. Mit diesem kritischen Hinterfragen appellierte er an unser aller Verantwortung, damit sich die Verhältnisse in Schwarzafrika verbessern und somit keine Fluchtintention mehr gegeben ist. „Nur wenn wir die jungen Afrikaner mittels des Subsidiaritätsprinzips befähigen und fördern, um die Lebensverhältnisse spürbar zu verbessern, können wir die massenhafte Flucht aus Afrika verhindern!“ postuliert Weber mit Nachdruck. „Wir zerstören Lebensraum und appellieren, dass die Afrikaner uns nicht belästigen und nicht zu uns fliehen. So etwas ist paradox.
Christenverfolgung und Unterdrückung von Frauen sind zudem auch in Togo an der Tagesordnung.“
Von seiner Erfahrungen mit Flüchtlingen in der LEA, Ellwangen, berichtete der dort engagierte Arzt Dr. Peter Högerle. Die LEA ist für ihn ein “Kompetenz-Zentrum” für Menschen auf der Flucht! Seine Schilderungen über seine Begegnungen mit den zumeist traumatisierten und psychisch und physisch verletzten Flüchtlingen machte die Zuhörer sehr betroffen. Andererseits sei es notwendig, die Rückkehrwilligen zu unterstützen und entsprechend auszubilden und für die Rückkehr vorzubereiten. Vor allem die Vermittlung von Kompetenzen im handwerklichen Bereich seien nötig. Hier erworbene Zertifikate und Know-how, sowie Vernetzung gerade in der Heimat seien nachhaltig und notwendig. In der anschließenden Aussprache erläuterte Bürgermeister Michael Rembold das Engagement von Waldstetten in der Flüchtlingskrise.